Zertifizierung

Das Schweizer DGNB-System hilft Gebäude-Qualität umfassend sichtbar und langfristig werthaltig zu machen!

Zertifizierungssysteme für nachhaltige Gebäude gibt es in der Schweiz einige. Das Schweizer DGNB-System ist mit seinem Life Cycle Ansatz jedoch einzigartig. Es zeichnet sich durch eine umfassende Be­trach­tung von Öko­no­mie, Ökologie und Nutzerkomfort aus. Auf Basis einer einheitlichen Sys­tema­tik kann es präzise auf unterschiedliche Gebäudenutzungen wie auf unterschiedliche Bedürfnisse der Bauherren und Portfoliohalter reagieren. Das System wird national und international angewendet und kann bereits frühzeitig in der Planung angewendet werden.

Eine einzigartig intelligente Systemarchitektur

Ob Neubauten, Bestandsimmobilien oder Modernisierungen, ob einzelne Gebäude oder Arealflächen – die einheitliche Bewertungssystematik der DGNB-Zertifizierung betrachtet durchgängig alle wesentlichen Aspekte einer nachhaltigen Immobilienwirtschaft. Diese umfassen die sieben Themenfelder Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Aspekte, Gestaltung, Technik, Prozesse und Standort. Für das DGNB-System ist bezeichnend, das den sozialen und wirtschaftlichen Aspekten der Nachhaltigkeit eine ebenso grosse Bedeutung zugemessen wird wie den ökologischen Kriterien. Im Fokus der Bewertung steht der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes. Grundsätzlich werden dabei keine einzelnen Massnahmen bewertet, sondern anzustrebende Leistungsziele definiert. Bei Neubauten bewerten 87,5% der Kriteriengewichtung das Gebäude als Produkt, 12,5% (die  Prozesskriterien) bewerten den Weg dazu. 

Die DGNB-System-Architektur (Beispiel für Neubau/Gebäude)

Ein Bewertungssystem mit hoher Transparenz und Ethik

Die Grundstruktur für die Zertifizierung, sei dies bei Areal, Gebäude oder Innenräumen, ist dieselbe, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Entscheidet sich ein Unternehmen oder Portfoliohalter für die Nutzung des Systems, so ist dieses in derselben Logik für sehr unterschiedliche Bereiche von Neubau, Modernisierung bis Gebäude im Betrieb nutzbar. 

Um eine präzise und aussagekräftige Zertifizierung für die jeweilige Gebäudenutzung anzubieten, werden die einzelnen Kriterien nach ihrer Bedeutung für das jeweilige Nutzungsprofil gewichtet und in eine Bewertungsmatrix eingepflegt. Je nach Erfüllungsgrad wird das Schweizer DGNB-Zertifikat in Platin, Gold, Silber oder Bronze verliehen. Damit zeichnet die SGNI Gebäude und Areale aus, die Nachhaltigkeitskriterien in herausragender Weise erfüllen. Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die Systeminhalte und Nutzungsprofile im Detail vor.

Zertifizierung "Gebäude im Betrieb"

Das Nutzungsprofil "Gebäude im Betrieb" ergänzt die bestehenden DGNB-Zertifikate um die Bewertung von bestehenden Gebäuden mit dem Fokus auf betriebsrelevante Aspekte. Dabei fliessen der Umgang der relevanten Akteure mit wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekten sowie vorliegende Gegebenheiten in unterschiedlicher Gewichtung in die Bewertung ein: Prozesse und Aktivitäten des Betreibers, Umsetzung relevanter Nachhaltigkeitsthemen durch den Nutzer, gebäudespezifische Nachhaltigkeitsaspekte.

Der Aufbau des DGNB-Zertifikats für Gebäude im Betrieb unterstützt Gebäudebetreiber und Eigennutzer dabei, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess für die wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte ihres Gebäudes zu etablieren. Bei der Entwicklung der Bewertungskriterien und der jeweiligen Anforderungen standen daher Fragen der Beeinflussbarkeit und Verbesserung unter Berück-sichtigung der relevanten Gebäudequalitäten im Vorder-grund. Jedes Kriterium folgt der gleichen, auf bewährten Management-Prozessen basierenden Struktur und jedem Indikator sind die Verantwortlichkeiten bzw. Geltungs-bereiche klar zugeordnet (Gebäude, Betrieb, Nutzer).

Diese Zertifizierung eignet sich insbesondere auch für die kostengünstige Zertifizierung ganzer Gebäude-Portfolios. In einem Basis-Paket können diejenigen Aspekte zusammengefasst werden, welche gemeinsam für einen Teil oder das gesamte Portfolio relevant sind. So müssen dann nur noch individuelle Aspekte wie Medienverbräuche oder Betriebskosten-Themen etc. separat betrachtet werden.

Das Instrument hilft die Nachhaltigkeits-Qualität des gebäudebezogenen Facility- und Immobilien-Managements mit den damit verbundenen Betriebsprozessen objektiv und nach aussen sichtbar zu machen und bildet eine optimale Grundlage für das entsprechende CSR-/Umweltreporting.

 

Mit 9 Themen zum optimierten Gebäudemanagement

Die Schweizer DGNB-Kriterien der SGNI – das Pflicht-Programm eines professionellen Bauherrn oder Portfoliohalters

Das DGNB-System bewertet keine einzelnen Massnahmen, sondern die Gesamtperformance eines Gebäudes. Werden die Kriterien in herausragender Weise erfüllt, erhalten Neubauten und Bestandesimmobilien ein Zertifikat in Platin, Gold oder Silber. Die SGNI entwickelt ihr Zertifizierungssystem in Kooperation mit der DGNB laufend weiter und passt es an nationale und internationale Normen an. Die DGNB-Kriterien, deren Indikatoren, Berechnungs- und Messweisen sind international abgestützt und haben sich in weit über 1000 grossen Zertifizierungsprojekten weltweit bewährt.

 

Kriterien auf Ebene Gebäude  

Management- und Prozessqualität

Analog zu anderen Instrumenten der Qualitäts-
sicherung, sind diese Kriterien zu einer eigenen Gruppe zusammengefasst, welche sich entlang der Lebenszyklus-Logik gliedert:

Qualitätssicherung Strategie

  • Bedarf & Strategische Planung (PRO1.1)

Qualitätssicherung Planung

  • Integrale Planung & Konsultation (PRO1.2)
  • Holistische Planung & Konzeptionierung (PRO1.3)
  • Nachhaltigkeit in Ausschreibung & Vergabe (PRO1.4)
  • Optimale Nutzung & Bewirtschaftung (PRO1.5)
  • Verfahren zu Städtebau & Architektur (PRO1.6)

Qualitätssicherung Bauausführung

  • Baustelle & Bauprozess (PRO2.1)
  • Qualitätssicherung der Bauausführung (PRO2.2)
  • Inbetriebnahme & Optimierung (PRO2.3)
  • Nutzerkommunikation (PRO2.4)
  • FM-gerechte Planung (PRO2.5)

Qualitätssicherung Betrieb

  • Nachhaltigkeitsstrategie & Kommunikation (PRO9.1)
  • Nachhaltiges Gebäudemanagement (PRO9.2)

Ökologische Qualität

Klimaschutz

  • Ökobilanz-Umwelt (ENV1.1a)

Materialien und Risikostoffe

  • Risiken für die lokale Umwelt (ENV1.2)
  • Verantwortungsbewusste                          Ressourcengewinnung (ENV1.3)

Ressourceninanspruchnahme

  • Ökobilanz-Energieverbrauch (ENV2.1>ENV1.1b)
  • Trinkwasserbedarf & Abwasseraufkommen (ENV2.2)
  • Flächeninanspruchnahme (ENV2.3)

Natur und Landschaft

  • Biodiversität (ENV2.4)

Soziokulturelle & Funktionale Qualität

Wohlbefinden & Gesundheit

  • Thermischer Komfort (SOC1.1)
  • Innenraumluftqualität (SOC1.2)
  • Akustischer Komfort (SOC1.3)
  • Visueller Komfort (SOC1.4)
  • Einflussnahme des Nutzers (SOC1.5)

Diversität & Kommunikation

  • Aufenthaltsqualitäten (SOC1.6)

Sicherheit & Barrierefreiheit

  • Sicherheit (SOC1.7)
  • Barrierefreiheit (SOC2.1)